Vereinschronik

                                                                                                                                  Gruppenbilder seit 1930

SEIT 1925 Blasmusik

Am 4. Oktober 1925 fand die Gründungsversammlung im Gasthaus Sonne statt. Erster Vorstand wurde Emil Mauch, Rudolf Steimer war der erste Dirigent. Nur durch große finanzielle Opfer der 15 Gründungsmitglieder war die Anschaffung der ersten Instrumente möglich. Da noch nicht alle Musiker über ausreichende Notenkenntnisse verfügten, wurden die Musikstücke teilweise noch nach Gehör eingeübt. Die Proben fanden in einem Abstellraum eines Privathauses statt. Der erste öffentliche Auftritt der Kapelle fand ein Jahr später bei einer Fasnachtsveranstaltung statt. Durch Tanzmusik verdienten sich die Musiker das Geld zur Beschaffung weiterer Instrumente. Ein Jahr nach der Gründung übernahm Alfred Mauch das Amt des ersten Vorstandes. Unterlehrer Hans Lohmüller dirigierte die Kapelle. Ab 1927 lag die musikalische Leitung in den Händen von Johannes Rapp. Die schwierige Finanzlage war ausschlaggebend für den häufigen Wechsel der Dirigenten. Der Verein wirkte erstmals in der Kirche bei der Gestaltung eines Gottesdienstes mit. 1928 wurden Instrumente im Wert von 1000 Reichsmark angeschafft. 1929 wurde Reinhold Steimer zum ersten Vorstand gewählt.

 

Damals gab es aber auch schon Schlamperei im Vereinsleben, so nachzulesen im Schriftführerprotokoll November 1929: In der Generalversammlung erfolgte “kein Bericht des Schriftführers, da dieser sage und schreibe nicht ein einziges Wort zu Protokoll gebracht hat” und mit Eintrag vom 11.10.1930 mahnt ein Mitglied: “Sachen welche ausgemacht sind, auch in Zukunft auszuführen und nicht immer nachträglich liegen zu lassen”

 

1930 erfolgte der Eintritt in den Gau der badisch-württembergischen Landkapellen. Am Ostermontag und am Kirchweihsonntag wurde ein Konzert aufgeführt. 1931 beschloss man die Anschaffung von Vereinsmützen.

 

Im gleichen Jahr nahm man am Gaumusikfest des Germanischen Musikverbandes in Sulgen teil. Dort beteiligte sich die Kapelle am Preiswettspiel in der Unterstufe und errang unter dem Dirigenten Johannes Rapp einen 1a-Preis. Man erhielt dafür ein Diplom und einen Pokal. Dies war der erste Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Alfred Mauch wurde zum zweiten Mal erster Vorstand.

 

Erstmalig kam ein Hammellauf mit Tanz zur Durchführung. Dies sollte zur Tradition werden. Der Hammellauf wurde jeweils zum Herbstfest - mit Unterbrechungen - bis ins Jahr 1969 durchgeführt. 1932 wurde Otto Stern vorübergehend erster Vorstand, bis Alfred Mauch dieses Amt 1934 ein drittes Mal einnahm und gleichzeitig als Dirigent fungierte.

 

Durch den Einzug mehrerer Musiker zum Wehrdienst war die Kapelle ab 1937 bereits stark geschwächt. Aus diesen Tagen stammt die erste Aufnahme des Musikvereins. Man arrangierte sich mit den Musikern aus Flözlingen und probte gemeinsam für größere Anlässe. Allerdings kam die Vereinstätigkeit durch den zweiten Weltkrieg dann völlig zum Erliegen. Sechs aktive Musiker mussten ihr Leben lassen.

 

Unter der Leitung von Hans Hirt und Albert Mauch wird 1948 das Vereinsleben wieder aufgenommen. Albert Mauch hielt die ersten Musikproben nach Kriegsende ab.

 

Mit Willi Schröck, der 1950 als Dirigent gewonnen werden kann, beginnt eine musikalische Aufwärtsbewegung. 1951 und 1953 erreicht der Musikverein bei Wertungsspielen in der Mittelstufe jeweils das Prädikat gut bis sehr gut. Es entwickeln sich aber auch Traditionen wie das Tagwachtspielen am Fronleichnamstag. Hierzu kann in der Schriftführerchronik mit Eintrag vom 4.6.1953 nachgelesen werden: “Fronleichnamstagwache um 5 Uhr. Nach einem Choral auf dem Haldenberg und einem Rundmarsch durch den Ort nahmen die Gastwirte des Ortes einen in der Umgegend bestehenden Brauch auf und verabreichten den Musikanten einen wärmenden Schnaps, der in Anbetracht der kühlen, fast kalten Witterung sehr angebracht war.”

 

1954 wurden die ersten Uniformen angeschafft, die mit Stolz zur Schau getragen werden.

 

Im Jahr 1960 bahnt sich eine musikalische Wende an.

 Walter Heinzel als neuer Dirigent und Markus Flieg als Vorstand verstehen es in vorbildlicher Zusammenarbeit, die Kameradschaft zu entwickeln und zu fördern. Nach und nach wendet sich die Kapelle jetzt auch neuzeitlicher und moderner Blasmusik zu.

 

Unter Walter Heinzels Regie erringt der Musikverein in den darauffolgenden Jahren beachtliche musikalische Erfolge. Das 40-jährige Vereinsjubiläum mit 18 Gastkapellen vom 10. - 12. Juli 1965 wird zu einer Demonstration für die Volksmusik, wie man sie in Stetten noch nicht erlebt hat. In diese Zeit fallen auch drei Rundfunkauftritte des Musikvereins in den Jahren 1965, 1967 und 1969. Der Verein hat in den folgenden Jahren zahlreiche öffentliche Auftritte bei Konzerten, Jubiläen und Vereinsfesten zu verzeichnen.

 

Im Jahre 1974 kommt es zu einer Neugruppierung der “Eschachtalmusikanten”, auch “Kleine Besetzung” genannt, unter der Leitung von Karl Schmider. Darüber hinaus besteht die Gruppe der “Täle-Buben” um Michael Mager.

 

Über die freundschaftlichen Beziehungen des Musikvereins Zimmern mit der Musikgesellschaft Heitenried/Schweiz kommt es im selben Jahr zur ersten Kontaktaufnahme mit der Musikgesellschaft Schwarzenburg/Schweiz durch Helmut Mager und es entwickelt sich im Lauf der Jahre eine tiefe Freundschaft der beiden Vereine. Beim 50-jährigen Jubiläum 1975 feiert der Musikverein drei Tage mit seinen Gästen aus Schwarzenburg und 17 weiteren Kapellen. Ein besonderes Ereignis stellt dabei das Galakonzert des Heeresmusikkorps IX der Ersten Luftlandedivision dar. Bereits 1976 erfolgte der Gegenbesuch in der Schweiz. Einzelheiten aus den Vereinsanalen werden aus Diskretion an dieser Stelle nicht veröffentlicht, es soll nur erwähnt werden, dass zahlreiche Freundschaften an diesem Wochenende geschlossen wurden.

 

Im selben Jahr produziert der Musikverein unter der Leitung von Walter Heinzel eine Schallplatte, an der sich auch die Eschachtalmusikanten und die Täle-Buben beteiligen. Weit über die Landesgrenzen hinaus kommt in den folgenden Jahren die “Kleine Besetzung” unter der Leitung von Karl Schmider. Darunter Aufenthalten mit musikalischen Auftritten in Berlin, Prag und Brasilien.

 

Rolf Schaumann tritt zum Jahreswechsel 1976/77 - nachdem er drei Jahre das Amt des Schriftführers ausgeübt hat - das Amt des ersten Vorsitzenden an und leitet die Geschicke des Vereins bis zum Ende des Jahres 2000, also insgesamt 24 Jahre. Er wird nach seiner Amtsübergabe an Matthias Jauch zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Nach 21 Jahren erfolgreicher Dirigententätigkeit in Stetten gibt Walter Heinzel 1981 den Taktstock an Karl Schmider ab. dieser setzt einen neuen Schwerpunkt in der Jugendausbildung. Zum ersten Mal wird eine vormusikalische Ausbildung durchgeführt und wie sich zeigt mit Erfolg.

 

Vom 25. - 26. Juni 1983 weilt der Musikverein bei seinen Musikkameraden in der Schweiz und wirkt bei deren 125-jährigem Jubiläum mit. 

 

1985 wird dann das 60-jähriges Jubiläum gefeiert für das der  Festplatz eigens eingerichtet wurde. Im Jahr darauf wurde der Musikverein komplett neu eingekleidet.

 

1986 beginnt eine neue Dirigentenära unter Egon Zirn, die zehn Jahre andauert.

 Unter seiner Leitung nimmt der Musikverein 1988, nach zehn Jahren, wieder an einem Wertungsspiel teil. Dort wird ein 1. Rang in der Oberstufe erreicht.

 

Im Dezember 1995 übergibt Egon Zirn den Dirigentenstab an Thomas Spiegelhalder, der in Stetten seine erste Tätigkeit als Dirigent im Alter von 26 Jahren übernimmt.

 

1997 wird mit der Unterstützung der Lackendorfer Baronengilde und der Narrenzunft Zimmern der Kauf einer eigenen Fasnetuniform möglich.

 

Im Jahr 1999 nimmt der Musikverein Stetten ob Rottweil in Stetten an der Donau am Wertungsspiel teil. Wir erspielen in der Mittelstufe die Note gut - sehr gut.

 

1 Jahr später feiert der Musikverein Stetten sein 75-jähriges Jubiläum, das Anfang April mit einem Konzert zusammen mit den Freunden aus Schwarzenburg eröffnet wird.

 

Im Mai 2000 wird dann 4 Tage lang auf dem Festplatz gefeiert. Zahlreiche verdiente Mitglieder werden geehrt Am Samstagabend konnte die Gruppe „Blaumeisen“ gewonnen werden.

 

Am Sonntag gab es dann einen großen Umzug durchs Dorf und einem anschließenden Nachmittagskonzert mit vielen befreundeten Vereinen.

 

Im Jahr 2002 übernimmt Michael Eberhart denn Dirgentenstab von Thomas Spiegelhalder, der 7 Jahre in Stetten tätig war.

 

Nach nur einem kurzem Gastspiel von Michael Eberhart in Stetten wird Anfang 2003 Martin Imhof aus Oberndorf als neuer Dirigent verpflichtet. Ein Konzert mit unseren Schwarzenburger Freunden in der Schweiz unter dem Motto "Swissboy und Schwarzwaldmarie" war unter seiner Leitung ein voller Erfolg.

 

2005 feierten wir unseren 80. Geburtstag. Das Fest wurde 3 Tage lang gefeiert. Samstag Abend spielte die Gruppe "Sixpack". Am Sonntag gab es einen Festzug durchs Dorf, bei dem die Musikgesellschaft Schwarzenburg nicht fehlen durfte. Im gleichen Jahr wird eine neue Uniform angeschafft, welche am Herbstfest 2005 offiziell vorgestellt wird. Die alte Uniform hat fast 30 Jahre lang gehalten.

 

2006 übernimmt  Gerd Winterhalter aus Hausen v.W. den Taktstock in Stetten. Unter seiner Leitung unternahmen  wir 2011 unsere erste Konzertreise nach Spanien. Mit dem Bus fuhren wir für  8 Tage nach Calella und führten einige Konzerte in der Umgebung durch. Die Zuschauer waren begeistert. Die Kameradschaft kam in Spanien natürlich nicht zu kurz und allen hat es sehr gut gefallen.

 

Die Mitglieder des Musikvereins beweisen aber nicht nur auf dem musikalischen Sektor ihre Qualitäten, auch im Sport ist der Musikverein tonangebend. 1997 kann bereits der zweite Wanderpokal der Fußball-Tälemeisterschaft - nach 1983 - im Probelokal des Musikvereins einen ewigen Platz finden. Bedingung dafür ist ein dreimaliger Gewinn der Meisterschaften. Darauf folgt  der Titel nochmal in 2000 und 2009.

 

Somit hat der Musikverein inzwischen achtmal den hart umkämpften Wettbewerb für sich entscheiden können

 

Wegen Erkrankung des Dirigenten übernimmt 2012 Dirk Vosseler aus Tuningen den Dirigentenstab. 2014 führte uns unsere zweite größere Konzertreise nach Italien. Zuerst verweilten wir ein paar Tage in Rimini und machten 2 Auftritte am Strand. Danach ging es über Venedig, nach Peschiera an den Gardasee, wo wir auch noch 3 Tage verweilten. Der Höhepunkt war ein Kirchenkonzert mit einem örtlichen Chor. Das Publikum war begeistert über den Besuch aus Deutschland. Auch diese Reise wird den Teilnehmern lange in Erinnerung bleiben.

 

2015 feierten wir unser 90jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr haben wir am 04.01.2015 mit einem Kirchenkonzert in der Kirche in Stetten eröffnet. Mit Sängerin Anja hat unser Dirigent Dirk ein gutes Programm zusammengestellt, was dem Publikum sehr gefallen hat. Ende Mai fand dann unser großes Jubiläumsfest im Festzelt an der Eschach statt. Es wurde 4 Tage lang gefeiert. Unsere Schwarzenburger Freunde nahmen auch daran teil. Höhepunkt war am Sonntag nachmittag ein großer Festumzug mit befreundeten Vereinen durchs Dorf. Das Jubiläumsjahr haben wir am 19.12.15 mit einem Konzert abgeschlossen. Dies war das erste Konzert mit unserer neuen Dirigentin Ana Stankovic, welche seit Juni 2015 den Dirigentenstab übernahm. Zum ersten Mal wurde eine Frau als musikalischen Leiter angestellt. Alle Zuhörer waren voll des Lobes und dies war der krönende Abschluss unseres Jubiläumsjahres.

 

Nach 17 Jahren nahmen wir im Juli 2016 wieder an einem Wertungsspiel teil. Im Rahmen des Blasmusikverbandsmusikfestes in Böhringen haben wir in der Mittelstufe mit sehr gutem Erfolg teilgenommen. Mit Marschmusik marschierten wir anschließend durch Stetten, um unseren Erfolg mit der Bevölkerung zu feiern.

 

2017 unternahmen wir wieder eine 1-Wöche Konzertreise, diesmal mit dem Flugzeug in das Geburtsland unserer Dirigentin nach Belgrad (Serbien).Mit einigen Konzerten in  Kirchen (eins davon bei den Donauschwaben), am Strand und auf dem Marktpatz in Belgrad haben wir unsere Zuhörer begeistert. Ein Konzert fand sogar mit dem Blasorchster Belgrad statt, welches das Serbische Fernsehen in einem Bericht in den Nachrichten erwähnte. Wir haben auch

Land und Leute kennengelernt, das Nachtleben kam selbstverständlich nicht zu kurz.

 

2018 haben wir nach 10 Jahren wieder unsere Schwarzenburger Freunde in der Schweiz besucht. Im Rahmen von deren Freundschaftstreffen haben wir alte und neue Freundschaften gepflegt.

 

                                                                        


Die Vorsitzenden des Musikvereins:

 

  • Mauch, Emil                1925 - 1926
  • Mauch, Alfred             1926 - 1929
  • Steimer, Reinhold      1929 - 1931
  • Mauch, Alfred             1931 - 1932
  • Stern, Otto                   1932 - 1933
  • Mauch, Alfred             1934
  • Stern, Otto                   1935 - 1949
  • Steimer, Reinhold      1949 - 1956
  • Hils, Alois                    1956 - 1959
  • Flieg, Markus              1959 - 1965
  • Jauch, Albert               1965 - 1970
  • Mager, Helmut           1970 - 1976
  • Schaumann, Rolf       1977 - 2000             Ehrenvorsitzender
  • Jauch, Matthias         2001 - 2010
  • Nicht besetzt              2011
  • Schaumann, Sarah   seit 2012

Die Dirigenten des Musikvereins:

 

  •  Steimer, Rudolf                1925
  • Lohmüller, Hans               1926
  • Rapp, Johannes                 1927 - 1933
  • Mauch, Alfred                    1934
  • Mosbacher, Emil               1935
  • Nicht besetzt                      1936 - Kriegsbeginn
  • Mauch, Albert                    1948 - 1949
  • Schröck, Willi                    1949 - 1955
  • Mauch, Albert                    1956
  • Schröck, Willi                    1957 - 1960
  • Heinzel, Walter                 1960 - 1981                 Ehrendirigent
  • Schmider, Karl                  1981 - 1985
  • Zirn, Egon                          1985 - 1995
  • Spiegelhalder, Thomas   1995 - 2002
  • Eberhart, Michael            2002
  • Imhof, Martin                   2003 - 2005
  • Winterhalter, Gert           2006 - 2012
  • Vosseler, Dirk                   2012 - 2015
  • Stankovic, Ana                 seit 2015